Gestern früh wurde in Moabit das “Trostfrauen-Denkmal” abgebaut und an einen unbekannten Ort verbracht. Unter dem Schutz von 30 Polizisten ließ das Bezirksamt das Mahnmal entfernen, das an die sexuelle Ausbeutung von ungefähr 200.000 Frauen und Mädchen durch die japanische Armee während des Zweiten Weltkriegs erinnerte. Die Bürgermeisterin Stefanie Remlinger von den Grünen hatte den Abriss forciert. Schon ihr — ebenfalls grüner — Vorgänger Stephan Dassel wollte sich des Denkmals entledigen, nach die Botschaft von Japan dagegen protestiert hat.
Der Korea-Verband, der die Aufstellung vor fünf Jahren initiiert hatte, hat auf dem bisherigen Standort an der Ecke Bremer / Birkenstraße bestanden. Allerdings gab es den Vorschlag einer Wohnungs-Genossenschaft, das Mahnmal auf ihrem Grundstück 100 Meter weiter aufzustellen. Dort wäre es ebenfalls öffentlich zugänglich gewesen. Der Verband hatte dies jedoch abgelehnt.
Offenbar waren beide Seite nicht zu Kompromissen bereit.


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