Berlin sähe ohne James Hobrecht heute anders aus. Vor allem die Straßenstruktur nördlich der alten Stadtmauer, im Wedding und Prenzlauer Berg, geht auf seine Planung zurück. Sie war Teil des sog. General-Bebauungsplans, der jedoch noch weitere wichtige Maßnahmen Hobrechts enthielt. Der bezog sich aber nicht nur auf den Bereich nördlich des alten Berlins, sondern auch sehr weit darüber hinaus.
Eine der wichtigsten Entscheidungen in der Baugeschichte der Stadt war die des Baus von Mietskasernen: Im Vorderhaus die Unternehmer und Angestellten, auf den Höfen die Arbeiter und im Blockinneren die Fabrik. Der Idealist Hobrecht wollte durch die räumliche Nähe von Kapitalisten, Beamten (Angestellten) und Arbeitern im selben Haus die sozialen Spannungen vermindern, was vielleicht an manchen Punkten auch funktioniert hat – jedoch im Großen und Ganzen das Elend der Arbeiter nicht verhindert hat.
Teil des Plans war auch die Anlegung von kleinen Parks in den Wohnvierteln, die es bis heute überall in der Stadt gibt.
Eine andere Leistung James Hobrechts war der Neubau der Kanalisation mittels Radialsystemen. 1869 zum Chef-Ingenieur der Berliner Kanalisation ernannt, leitete er den Bau von 1873 bis 1892. Fünf Jahre nach der Fertigstellung wurde Hobrecht zum Stadtältesten ernannt.
Die Idee dabei war, dass die Abwässer auf Rieselfelder weit außerhalb der Stadt geleitet wurden, sodass dadurch Seuchen vermieden wurden. Das funktionierte sogar noch, als 1920 zahlreiche Orte in Berlin eingemeindet wurden. Einige der einstigen Pumpstationen existieren noch heute.
Weitere Arbeiten von Hobrecht sind der Urbanhafen (der 1891-96 am Landwehrkanal angelegt wurde) sowie die Oberbaumbrücke zwischen Kreuzberg und Neukölln, deren Ingenieur er war.
James Hobrecht wurde vor 200 Jahren geboren, am 31.12.1825. Nach ihm sind heute zwei Straßen (in Prenzlauer Berg und Neukölln) sowie eine Brücke (Neukölln/Kreuzberg) benannt. Ein Grab hat James Hobrecht heute in Berlin nicht mehr: Es lag seit seinem Tod 1902 auf dem Friedhof der Sophiengemeinde an der Bergstraße in Mitte. Sein Grab wurde jedoch im Zuge der Errichtung der DDR-Grenzanlagen zerstört.

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